Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Gedanken für den Tag

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm". Der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell anlässlich des 100. Geburtstages von Paul Celan Als Paul Celan am 23. November 1920 in Czernowitz geboren wurde, gehörte die Stadt zu Rumänien, war aber noch ganz geprägt von der Donaumonarchie. Eine starke Rolle spielte das Judentum, dem auch Celan entstammte. Nachdem er mit 24 Jahren erfahren hatte, dass seine Eltern in einem Arbeitslager in der Ukraine ermordet worden waren, schrieb er die "Todesfuge" - eines der berühmtesten Gedichte des 20. Jahrhunderts und der erste Text über die Shoah. Immer wieder hat sich Paul Celan in seinen Gedichten auf biblische Texte bezogen. Er war kein gläubiger Jude, doch er wusste um die Nähe von Gedicht und Gebet - auch in seinem Gedicht "Tenebrae", wo er Jesus auffordert, zu den Ermordeten zu beten: "Bete, Herr, / bete zu uns, / wir sind nah." Nach der Shoah war die biblische Überlieferung für Celan ein "Leertext", aber ein "glühender Leertext", wie er in einem der nachgelassenen Gedichte schrieb.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Helmut Jasbar. Vom traurigen Kinde. "?Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen'; Ravel hätte Hofmannsthal komponieren können. Vom traurigen Kinde bewahrt Ravels Musik Züge insgesamt: vom Wunderkind. Durch die Scheinregionen von noblesse und sentiment, durch die hochmütige Kinderlandschaft führt die Tournee seiner Musik", schrieb Theodor W. Adorno mit geradezu gespenstischer Genauigkeit über Maurice Ravel und seine Musik.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Tierarzt David Ebmer über die Südamerikanischen Seelöwen. Teil 2: Tiefe Tauchgänge Gestaltung: Renate Pliem Südamerikanische Seelöwen tragen ihre Herkunft im Namen: Sie leben an den Küsten des südlichen Teils des südamerikanischen Kontinents. Im Deutschen werden die imposanten Tiere, bei denen die ausgewachsenen Männchen bis zu 500 Kilo erreichen können, auch "Mähnenrobben" genannt: Eine hell- bis goldbraune Mähne ziert die männlichen Tiere. An Land bewegen sich Südamerikanische Seelöwen behäbig, doch im Wasser sind sie wendige stromlinienförmige Schwimmer. Sie können bis zu 80 Meter tief tauchen und etwa 15 Minuten unter Wasser bleiben. Das Fell ist kurz und dicht, darunter befindet sich eine Fettschicht. Zur Paarungszeit leben die Tiere in riesigen Kolonien, die mehrere 10.000 Individuen umfassen können. Die Männchen liefern sich blutige Revierkämpfe und bilden dann Harems, in denen acht bis zehn Weibchen leben. Am Rand der Kolonien gibt es so genannte "Bachelorgruppen" mit Männchen, die schon zu alt sind, um einen Harem zu gründen oder mit jungen Männchen, die den Revierkämpfen noch nicht gewachsen sind. Die südchilenische Kleinstadt Valdivia beherbergt eine einzigartige Kolonie an Südamerikanischen Seelöwen, die am Süßwasser leben, 15 Kilometer vom Meer entfernt. In den 1970er Jahren schwammen Tiere stromaufwärts Fischkuttern nach und fanden in Valdivia einen Fischmarkt, bei dem sie seither gefüttert werden. Südamerikanische Seelöwen schlafen auf Parkbänken, steigen Stiegen und sind eine Touristenattraktion. Doch die große Nähe zum Menschen verursacht auch Probleme: So konnte der Tierarzt David Ebmer Parasiten an den Tieren nachweisen, die auch auf Menschen übertragen werden können.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Gefährliche Beziehungen

Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (2). Gestaltung: Johannes Kaup Liebesbeziehungen sollten uns eigentlich Vertrauen, Sicherheit und Glücksmomente schenken, uns Halt geben und wachsen lassen. Doch bei manchen Beziehungen tritt genau das Gegenteil davon ein. Dann, wenn man sich beispielsweise auf eine Beziehung zu einem narzisstischen Soziopathen eingelassen hat. Das sind Menschen, die nur an sich und ihre eigene Persönlichkeit denken, die sich durch die Erniedrigung des Partners - oder zumeist der Partnerin - selbst erhöhen, sich rücksichtslos nehmen, was sie wollen und beim Partner auch noch Abhängigkeit und Schuldgefühle erzeugen. Solche Soziopathen hegen Misstrauen und Neid, und lassen ihren Ärger und Zorn am Partner oder an der Partnerin aus. Sie isolieren sie von familiären und freundschaftlichen Beziehungen, benutzen sie, würdigen sie herab, tyrannisieren sie und üben Gewalt aus, bis das Selbstwertgefühl der Opfer schwer beeinträchtigt ist. In nicht wenigen Fällen sind auch "Stalking" und Sadismus mit im Spiel. Die Tragik der Situation besteht darin, dass die Partnerin darin dermaßen verstrickt ist, dass sie sich wegen der eigenen Minderwertigkeits- und Schuldgefühle noch mehr zu ihm hingezogen fühlt. Selbst nach Erfahrungen massiver Gewalt müssen Angehörige und Freunde oft ohnmächtig mitansehen, wie das Opfer entgegen aller Vernunft und Hilfsangebote wieder in den Bannkreis des Gefährders zurückkehrt. Der Polizei und den Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt sind die Hände gebunden, solange das Opfer nicht von selbst über die erfahrene Gewalt wahrheitsgemäß aussagt oder um Hilfe ansucht. In der psychotherapeutischen Fachsprache nennt man diese Form der suchtförmigen Abhängigkeitsbeziehungen "Beziehungssucht", "toxische Beziehungen", beziehungsweise "Narzisstischer Missbrauch". Warum diese Beziehungen so schwer aufzulösen sind, hat damit zu tun, dass der narzisstische Partner den anderen emotional kontrolliert und in einem ständigen Wechselspiel von Liebesbezeugungen ("love bombing"), Entwertung und angedrohter Trennung gefügig macht. Je länger eine solche Beziehung dauert, desto mehr wird die Wahrnehmung des Opfers manipuliert, sodass mit der Zeit immer krassere Formen von Entwertung und Gewalt erduldet werden. Auch die krankhaft narzisstische Person selbst ist mangels eines gesunden Selbstwertgefühls und Vertrauens oft nicht in der Lage, das eigene manipulative Tun zu durchschauen, und rechtfertigt selbst Gewaltakte in der Beziehung mit einem Übermaß an Zuneigung. Das ist ein Zeichen einer sogenannten dependenten Kollusionsbeziehung, die nur sehr schwer aufzulösen ist. Wie kommt es zu solchen gefährlichen Beziehungskonstellationen? Wie können sie erkannt und demaskiert werden? Welche Interventions- und Therapieansätze gibt es dafür? Wie ist es möglich, dass die entstandenen seelischen Verletzungen wieder geheilt und das Leben selbstverantwortlich neu geordnet werden?

09.30 Uhr
Radiokolleg - Kryptoökonomie

Potentiale und Gefahren (2). Gestaltung: Gerald Nestler Seit Wikileaks aufgrund einer Zahlungsblockade durch US-amerikanische Banken und Kreditkartenunternehmen am 14. Juni 2011 auf Bitcoin wechselte, macht diese neue Währung weltweit Schlagzeilen. Zunehmend zogen Kryptowährungen, Tokens und Blockchain die Aufmerksamkeit von Investoren, Politik und Medien auf sich, wie beispielsweise die heftigen Debatten um die von Facebook angekündigte Kryptowährung Libra zeigen. Während Kritiker - darunter Notenbanker und andere Wirtschaftsfachleute - Kryptowährungen als Spekulationsobjekte betrachten, wird ihnen von anderen Seiten das Potential zugeschrieben, Ökonomie und Gesellschaft umzuwälzen und neu aufzustellen. Gleichzeitig entstehen auf Basis kryptografischer Verschlüsselung aber auch bereits existierende ökonomische Modelle technologisch und ökonomisch "upgedated". Ein Beispiel dafür ist das neu angefachte Interesse an Komplementärwährungen. Sie sollen ökonomische, soziale und ökologische Ungleichgewichte kompensieren sowie die kulturelle Vielfalt bewahren bzw. erhöhen, meist auf der Ebene von Gemeinden oder Regionen. All diese Zukunftserwartungen beruhen auf der Blockchain, dem kryptografischen Transaktionssystem hinter diesen Währungen und Verträgen. Durch sie wird nicht nur das Vertrauen zwischen Menschen auf einen computergesteuerten, dezentralen P2P-Konsensmechanismus auslagert, vielmehr soll damit Teilhabe demokratisch auf den Geldverkehr erweitert werden. Aber was wäre eine zukünftige Kryptoökonomie? Was können wir uns darunter vorstellen? Nach der Definition des 2018 gegründeten Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien bezieht sich der Begriff "auf die spieltheoretischen Anreizmechanismen, die ein verteiltes Netzwerk von Akteuren und Akteurinnen ohne klassische Intermediäre oder staatliche Verwaltungsinstitutionen steuern." Das Radiokolleg zum Thema Kryptoökonomie nimmt diese technologische Entwicklung unter die Lupe und versucht verständlich zu machen, wofür diese abstrakte Beschreibung steht. Gerald Nestler befragt Expert*innen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Krypto-Community zu ihrer Einschätzung über die Potentiale und Gefahren, die uns erwarten. Belgeitet wird diese Radiokolleg Reihe von einem Klangkunstwerk. Sometimes A Thousand Twangling Instruments wurde vom Wiener Computermusiker und Medienkünstler Volkmar Klien gemeinsam mit den New Yorker Kunstproduzenten Snark.art an der Blockchain entwickelt und besteht aus 2000 frei arrangierbaren und mit Grafiken verbundenen Klängen. © Volkmar Klien und Snark.art, 2020.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Kraftwerk

50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (2). Gestaltung: Stefan Niederwieser Kraftwerk war populäre Avantgarde. Die Band aus Düsseldorf hat vorrangig konzeptuell gearbeitet und eine visionäre Zukunft entworfen, die gleichzeitig zurückschaut auf jene Moderne, die durch Gräuel des Nationalsozialismus ein jähes Ende fand. Diese Konzepte haben Kraftwerk seit Anfang der 1970er Jahre in Töne gesetzt. Gemeinsam mit Fotografie, Bühne, Bildern, Texten und Typografie formten sie ein Ganzes, vielleicht sogar ein Gesamtkunstwerk. "Was man sicher behaupten kann, Kraftwerk gelang die größte Revolution in der Pop-Musik seit den Beatles", schreibt etwa Uwe Schütte in seiner kürzlich erschienenen Monographie über die Band. Das erste Album von Kraftwerk wurde 1970 veröffentlicht. Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben hatten die Band an einer Kunstakademie gegründet. Sie waren geprägt von Krautrock ihres Umfelds, aber auch von Musique Concrete, Fluxus und Rumorismo. Auf "Autobahn" schuf die Band gemeinsam mit Emil Schult vier Jahre später einen Meilenstein der Musikgeschichte. 22 Minuten lang wird eine Idee von Mobilität und endloser Bewegung zu Klang. Dabei sind Text und Plattencover so reduziert, dass sich Assoziationen zu motorisierter Freizeitkultur, zu einem deutschen Nationalsymbol, zur Nazi-Zeit und industriellem Fortschritt spinnen lassen. Das Album "Radio-Aktivität" setzt 1975 den Volksempfänger aufs Cover und bleibt beim sehr kontroversen Thema Atomkraft nicht ganz ohne Missverständnisse. "Trans-Europa Express" treibt die Band mit Geschwindigkeit und Rhythmus in eine Phase, die von einem grenzenlosen Europa träumt. Mit "Mensch-Maschine" ist 1978 der konzeptuelle Höhepunkt erreicht, einem komplexen Verwirrspiel mit politischen, ästhetischen und philosophischen Zeichen. Zudem wird mit "Das Model" ein für die Band relativ untypischer Song zu ihrem größten Hit. "Computerwelt" von 1981 sagt schließlich auf gespenstische Weise digitale Entfremdung, Überwachung und Big Data voraus.

09.57 Uhr
Ö1 macht Schule

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Robert Fontane Erinnerungen an Yvonne Kenny - zum 70. Geburtstag der Sopranistin. Ausschnitte aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Gaetano Donizetti, Richard Strauss u.a. Wer nach Sängerinnen fragt, die aus Australien stammen, wird sicher Joan Sutherland und vielleicht auch Nellie Melba genannt bekommen. Der fünfte Kontinent hat aber auch noch weitere bemerkenswerte Künstlerinnen hervorgebracht - eine davon ist die Sopranistin Yvonne Kenny: Ihre helle, klare und wendige Stimme hat sie am Beginn ihrer Karriere zunächst als Mozart-Sängerin ausgezeichnet. Als solche hat sie sich im Bewusstsein der Musikwelt verankert, als sie in Nikolaus Harnoncourts richtungsweisender Aufnahme von Mozarts ?Entführung aus dem Serail? als Konstanze erstmals Noten gesungen hat, die zuvor noch in keiner anderen Schallplattenaufnahme zu hören waren. Später tat sie es den beiden oben genannten Vorbildern gleich und hat sich mit gereifter Stimme vermehrt den Rollen des Belcanto verschrieben. Auf der Bühne war sie in Opernpartien von Purcell bis Henze zu erleben und hat damit nicht nur das Publikum ihrer australischen Heimat begeistert, sondern auch Opernfans in den Musikmetropolen Europas und Nordamerikas. Als Interpretin seltener Werke (etwa von Donizetti, Meyerbeer oder Offenbach) hat sie interpretatorische Pionierarbeit geleistet und so manche Nische der Diskographie gefüllt. Anlässlich ihres 70. Geburtstags am 25. November erinnert Anklang mit einigen ihrer Aufnahmen an die vielseitige Vokalistin.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Der Lichthof" von Hartmut Lange. Es liest Sven Dolinski "Ich kann meinen Freunden schließlich nicht erklären, dass es dort einen Abgrund zu sehen gibt", sagt Hannelore zu ihrem Mann und schließt das Bad ab, als sie das erste Mal zu sich in die neue Wohnung einladen. Der Abgrund, das ist ein Lichthof hinter dem Badezimmerfenster, in dem der Putz unschön in eine unzugängliche Tiefe bröckelt. Der Anblick ist für Hannelore der einzige Makel am sonst perfekten Jahrhundertwendealtbau. Bis etwas geschieht, "womit niemand rechnen konnte". Und alles unzumutbar wird. Den Berliner Schriftsteller Hartmut Lange (*1937) kennt man vor allem für seine Novellen - etwa für den Novellenband "Die Waldsteinsonate" - auf die er sich seit den 1980er Jahren vornehmlich fokussiert. Lange nimmt es ernst mit Goethes Definition vom "Unerhörten", das diese Erzählgattung bieten müsse. Verdichtet und präzise führt er seine Figuren an den Punkt, wo die Erde bebt und das Unerhörte über sie hereinbricht. Langes Novellen zeichnen sich aber nicht durch den Moment der Erschütterung aus, sondern durch die Ahnung, dass der Abgrund immer offensteht. So auch in der Titelgeschichte seines neuen Novellenbands "Der Lichthof". Gestaltung: Antonia Löffler

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Helene Breisach. Das Ensemble Klingekunst präsentiert Ersteinspielungen von Martin Christian Schultze. Das Ensemble Klingekunst, 2009 gegründet, widmet sich mit großer Begeisterung musikalischen Ausgrabungen und Raritäten. Ihr Vorgänger-Album mit Flötenkonzerten der Wiener Vorklassik wurde im September 2018 mit dem Pasticciopreis bedacht. Für seine neue CD hat sich das Ensemble unter der federführenden Flötistin Sieglinde Größinger eine besondere Rarität vorgenommen: Den sogenannten "Trattamento dell'Harmonia per sinfonie da camera a quatro istromenti", eine Sammlung von sechs Kammersymphonien aus dem 18. Jahrhundert. Der Komponist, Martin Christian Schultze, stammte vermutlich aus einer Berliner Musikerfamilie. Der Erstdruck seines "Trattamento" liegt in der Französischen Nationalbibliothek vor sowie in der Berliner Staatsbibliothek. Das Ensemble Klingekunst hat diesen Schatz gehoben und zu musikalischem Leben wiedererweckt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Klavierduo Heghine Rapyan und Min-Hao Tsai. Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate für Klavier vierhändig C-Dur KV 521 * Arnold Schönberg: Sechs kleine Stücke für Klavier vierhändig c-Moll * Mathilde Kralik Passacaglia C-Dur * Franz Schubert Fantasie f-Moll D 940 * Camille Saint-Saëns: Danse macabre * Julius Bittner: Tänze aus Österreich (aufgenommen am 12. November auf Schloss Goldegg). Präsentation: Gerti Mittermeyer Allen Widrigkeiten zum Trotz öffnete der künstlerische Leiter des Kulturvereins Goldegg, Heinz Kaiser, das Schloss für ein Konzert der besonderen Art. Das junge Klavierduo HMH, bestehend aus der Armenierin Heghine Rapyan und dem Pianisten Min-Hao Tsai aus Taiwan, bekam trotz corona-bedingter Absage eines öffentlichen Auftritts die Gelegenheit, ein "Konzert ohne Publikum" zu spielen. Die beiden ambitionierten Musiker kombinierten äußerst beliebte und bekannte Repertoirestücke wie Schuberts Spätwerk, seine vierhändige Fantasie in f-Moll, mit nahezu unbekannten, sehr unterhaltsamen Kompositionen von Julius Bittner und Mathilde Kralik von Meyerswalden. Der Kultursender Ö1 bietet mit seiner kurzfristig gestarteten Initiative einer "Ö1 Bühne" seinen Ö1 Hörerinnen und Hörern exklusiv diesen Konzertmitschnitt, aufgenommen am 12. November im gleichnamigen Schloss der Salzburger Gemeinde Goldegg im Pongau.

15.30 Uhr
Moment

Neuer Betrieb, was jetzt? Wenig Umsatz, laufende Kosten, der gerade erst aufgenommene Kredit: wer kurz vorm Corona-Ausbruch - oder währenddessen - einen Betrieb aufgesperrt hat, hat es noch schwerer, durchzuhalten, als Betriebe, die seit längerer Zeit bestehen. Meist ist kein Geldpolster vorhanden und das Vertrauen von Banken, Kunden und Lieferanten hat man noch nicht erworben. Ein Stimmungsbild aus der Gründerszene, zwischen Unsicherheit und Zweckoptimismus. Nach der Sendung fragen wir Sie: wie ist es, sich selbständig zu machen in einer solch schwierigen Zeit? Wie haben Sie die letzten Wochen und Monate erlebt? Was fordert Sie am meisten heraus? Sind Sie dabei, eine Firma zu gründen - trotz allem? Unsere Telefonnummer: 0800 22 69 79. E-Mails an: moment@orf.at. Gestaltung: Noel Kriznik

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Sagenhaftes Wien: Als der Teufel den Bau des Wiener Stephansdoms verhindern wollte Rudi schleppt sich durch das Funkhaus. Ihm ist so unglaublich langweilig. Alle sind im Homeoffice und arbeiten von zuhause. Nicht einmal der Kater kommt zum Tratschen vorbei. Er dreht ein paar Runden im Park und trifft zufällig die Erzählerin Christa Schmollgruber. Ihr ist auch fad und sie beginnt dem Radiohund eine Sage über den Wiener Stephansdom zu erzählen. Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

Gedächtnis und Mohn. Schauspielerinnen und Schauspieler erlesen Paul Celan. Gedichte zwischen Tod und Leben, zwischen Vergessen und Erinnern: Paul Celan betrachtete in seinem ersten offiziellen Lyrikband, "Mohn und Gedächtnis" (1952), auf vielfältige und verschlüsselte Weise das Trauern um die Opfer des Nationalsozialismus, sein Trauern auch um die Eltern, seine "Überlebensschuld". Die Sammlung enthält Celans bekanntesten Text "Todesfuge", der unmittelbar das Sein, das Morden, das Sterben im Konzentrationslager verhandelt: "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends / wir trinken sie mittags wir trinken sie nachts", heißt es da. Jene "schwarze Milch" ist eines der schlüssigsten Bilder in Celans Poesie. Wohin führen seine vom Symbolismus und von Dichtern wie Hölderlin und Trakl beeinflussten Worte? Erschließen sie sich anhand von biografischen Betrachtungen, mittels literaturwissenschaftlicher Methoden? Per Intuition? Oder bleiben die Gedichte unergründlich? Wo und wie forschen jene Menschen, die uns, zumal im Radio, Lyrik näherbringen: Schauspielerinnen und Schauspieler? Wie gehen sie vor, um sich und den Hörer/innen Dichtung zu entschlüsseln? Kann man Celan "ganz" verstehen? In den "Tonspuren" unternehmen Schauspieler/innen eine gemeinsame Reise in und durch die (Be-)Deutungen seiner Lyrik, in die Gründe von "Gedächtnis" und "Mohn". Außerdem wurden, um die Unternehmung noch spannender zu machen, zwei Jugendliche zu demselben Thema befragt. Ihre Annäherungen erfolgen ohne Vorwissen - sie erschließen sich Celans "Todesfuge" von Grund auf. Von Philip Scheiner.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Alte und neue Volksmusik aus Niederösterreich, u. a. mit den Schneeberg-Buam und den Tanzgeigern Ein Jodler am Berg, eine Polka im Wirtshaus - oder beides im Tonstudio? Pure Volksmusik, was ist das? Wenn Tradition wirklich die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche sein soll, erübrigt sich die Frage nach der "Echtheit" oder gar der "Authentizität". Vielleicht bestimmt auch die Beziehung zwischen Musizierenden und Hörenden den Punkt auf der Skala der "Traditionalität". Die Begeisterung ob der geglückten Performance kann jegliche Diskussion über die "Echtheit" nebensächlich erscheinen lassen. Mit Beispielen von Thernberg bis Puchberg und von Ybbs bis Thaya reihen sich die Spielräume heute in den Ö1-Schwerpunkt "Niederösterreich" ein. Dazu war das großartige niederösterreichische Volksliedarchiv eine wichtige Quelle.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Eine Geistesgeschichte des Testimoniums von der Antike bis Covid-19 mit: Paul Sailer-Wlasits, Sprachphilosoph und Publizist. Gestaltung: Robert Weichinger Zeugen, seien es Augen- oder Ohrenzeugen, legen Zeugnis ab. Ihr Testimonium, ihr Bezeugen kann in bestimmten Situationen von größter Bedeutung sein. In der Antike war die Zeugenschaft zwischen Mythos, Wahr-Sprechen und Wahr-Sagen angesiedelt. Jene, die über Ereignisse Bescheid wussten, konnten Zeugnis geben. Doch um Zeugniswissen annehmen zu können, musste - damals wie heute - den Zeugen Vertrauen entgegengebracht werden. Im Laufe der Kulturgeschichte fächerte sich das Phänomen der Zeugenschaft weit auf. Verschiedenste Typen von Zeugen bildeten sich heraus: etwa religiöse Zeugen, die vielfach verfolgt, oftmals zu Märtyrern wurden; oder Gerichtszeugen, die einst und jetzt möglichst unzweifelhaftes Wissen hervorbringen sollten. Oder auch die historisch-kulturell überaus wichtigen moralischen Zeugen, die durch ihr Testimonium das Unfassbare menschlicher Vernichtung dem Vergessen und Verdrängen entrissen. Vor dem Hintergrund heutiger "Fake-News" samt digitaler Austauschbarkeit gewinnt Zeugenschaft zunehmend an Relevanz, denn "die Gegenwart macht uns alle zu Zeugen". (Paul Sailer-Wlasits, "Uneigentlichkeit", 2020) Zeugenschaft oszilliert zwischen Wissen und wahrer Meinung, zwischen Erkenntnis und Erfahrung sowie zwischen Wahrheit und dem Fürwahrhalten.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Statt Entspannung im indisch-chinesischen Grenzkonflikt gibt es einen militärischen Aufmarsch und Vorwürfe auf beiden Seiten. Gestaltung: Bernd Musch-Borowska (ARD) Die beiden Atommächte China und Indien streiten seit Jahren um den Grenzverlauf zwischen dem dünnbesiedelten indischen Hochgebirgs-Territorium Ladakh und der von China kontrollierten autonomen Region Tibet. Beide Seiten haben in den vergangenen Monaten ihre Truppen entlang der inoffiziellen Grenzlinie verstärkt und die militärische Infrastruktur ausgebaut. Im Juni waren bei Zusammenstößen zwischen den Grenztruppen beider Seiten Dutzende Soldaten getötet worden. Bei den Bewohnern von Ladakh wächst die Sorge vor einer Eskalation. 1962 hatten sich China und Indien einen kurzen Grenzkrieg in der Region geliefert. Die Streitigkeiten über den Grenzverlauf im Himalaya wurden seither nicht beigelegt.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels Von Nikolaus Halmer Friedrich Engels war vielseitig: Revolutionär, Barrikadenkämpfer, Fabrikantensohn, Philosoph, Nationalökonom, Journalist, hedonistischer Bohemien, Freund und Finanzier von Karl Marx, mit dem er eng zusammenarbeitete. Gemeinsam mit Marx wurde er zum radikalen Kritiker der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die als Folge der industriellen Revolution eine gewaltige Produktivität entfaltet hatte. Die durch menschliche Arbeitskraft geschaffene Produktivität kam aber nur wenigen zugute: Sie produzierte Paläste für die Reichen und Höhlen für die Armen. In der publizierten Schrift "Die Lage der arbeitenden Klasse in England" schilderte Engels detailliert die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen des industriellen Proletariats. Diese Studie macht deutlich, warum Marx/Engels im "Kommunistischen Manifest" "zu einem gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung" aufriefen.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Chor und Orchester der Mailänder Scala; Dirigent: Zubin Mehta; Kinderchor der Mailänder Scala; Daniela Sindram, Sopran. Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll (aufgenommen am 16. Oktober in der Mailänder Scala). Präsentation: Andreas Maurer

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Gefährliche Beziehungen. Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (2). Gestaltung: Johannes Kaup Kryptoökonomie. Potentiale und Gefahren (2). Gestaltung: Gerald Nestler Kraftwerk. 50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (2). Gestaltung: Stefan Niederwieser

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Wien Modern 2020. Wiener Symphoniker und Organist Wolfgang Kogert heben Klaus Langs "tönendes licht" im Wiener Stephansdom aus der Taufe Der österreichische Komponist Klaus Lang - selbst ein virtuoser Organist - sorgte für eine spektakuläre Uraufführung im Rahmen von Wien Modern. Sein Werk "tönendes licht" wurde für die im Wiener Stephansdom verteilten Wiener Symphoniker konzipiert, aus der Taufe gehoben wurde es am Donnerstag, 19. November 2020 unter Mitwirkung von Organist Wolfgang Kogert an der überarbeiteten Riesenorgel der Kirche und Peter Rundel am Dirigentenpult dieses außergewöhnlichen Aufführungsortes - Corona-bedingt ohne Publikum. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten